Für die Förderung von Solarstromanlagen ist vor allem das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2010) von Bedeutung. Danach sind Netzbetreiber verpflichtet, Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien an ihr Stromnetz anzuschließen und den gesamten angebotenen Strom aus diesen Anlagen vorrangig abzunehmen und zu festgelegten Mindestpreisen zu vergüten. Die Vergütungssätze richten sich nach dem Jahr bzw. dem Monat der Inbetriebnahme und bleiben anschließend über den Vergütungszeitraum von weiteren 20 Jahren konstant.

Die Vergütungssätze sind degressiv angelegt und sinken jedes Jahr ab. Die Degression ist darüber hinaus über einen sogenannten Gleitfaktor an die Marktentwicklung gekoppelt. Über die Gleitklausel wurde die Degression von 2009 auf 2010 beispielsweise um einen zusätzlichen Prozentpunkt angehoben; bei Anlagen bis 30 kWp betrug sie statt acht Prozent daher neun Prozent.

Mit der Novellierung des EEG entfällt ab 2010 die Förderung von Freiflächenanlagen auf Ackerflächen. Neu ist ebenfalls, dass es nun bei Solarstromanlagen bis 500 kW einen Bonus für selbst genutzten Strom gibt. Der Vergütungssatz für den Eigenverbrauch errechnet sich aus der für die jeweilige Anlage geltende Vergütung für die Netzeinspeisung (s. Tabelle). Davon wird immer ein fester Betrag abgezogen:

Da die selbst genutzten Kilowattstunden den Bezug von teurerem Haushaltsstrom ersetzen, bleibt dem Anlagenbetreiber ein kleiner Bonus, der mit steigenden Preisen für konventionellen Strom weiter wächst. Der Anreiz beträgt bei einem Netto-Strompreis von 18,36 Ct/kWh - entsprechend einem Brutto-Strompreis von 21,85 Ct/kWh - bei einem Eigenverbrauch bis 30 Prozent 1,98 Ct/kWh und bei einem Eigenverbrauch ab 30 Prozent 6,36 Ct/kWh. Der individuelle Vorteil hängt vom tatsächlichen Strompreis ab.

Wichtig: alle Anlagenbetreiber müssen vor dem Netzanschluss der Bundesnetzagentur Standort und Leistung der Solarstromanlage melden. Die Bundesregierung sammelt die Daten in einem allgemeinen Anlagenregister für alle Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien.

Netzeinspeisung

Inbetriebnahme 1.1. -30.6. 2010 1.7.-30.9.2010 1.10-31.12.2010
Dachanlagen bis 30 kW 39,14 Cent/kWh 34,05 Cent/kWh 33,03 Cent/kWh
Dachanlagen ab 30 kW 37,23 Cent/kWh 32,39 Cent/kWh 31,42 Cent/kWh
Dachanlagen ab 100 kW 35,23 Cent/kWh 30,65 Cent/kWh 29,73 Cent/kWh
Dachanlagen ab 1000 kW 29,37 Cent/kWh 25,55 Cent/kWh 24,79 Cent/kWh
Freiflächenanlagen 28,43 Cent/kWh 26,15*/25,02** Cent/kWh 25,37*/ 24,26** Cent/kWh
* Dies bezieht sich auf Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen.
** Dies bezieht sich auf sonstige Freiflächenanlagen. Die Förderung von Freiflächenanlagen auf Ackerflächen wurde zum 1.7.2010 gestrichen.

Eigenverbrauch

Inbetriebnahme Eigenverbrauch 1.1. -30.6. 2010 1.7.-30.9.2010 1.10-31.12.2010
Dachanlagen bis 30 kW bis 30% 22,67 Cent/kWh 17,67 Cent/kWh 16,65 Cent/kWh
ab 30% 22,05 Cent/kWh 21,03 Cent/kWh
Dachanlagen ab 30 kW bis 30% - 16,01 Cent/kWh
15,04 Cent/kWh
ab 30% 20,39 Cent/kWh 19,42 Cent/kWh
Dachanlagen ab 100 kW bis 500 kW bis 30% - 14,27 Cent/kWh 13,35 Cent/kWh
ab 30% 18,65 Cent/kWh 17,73 Cent/kWh

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Sie zudem zinsgünstige Kredite erhalten. Je nach Programm, Kreditlaufzeit und Marktlage liegen diese zwischen 2 und 5 Prozent. Aktuelle Tagessätze können Sie auf der KfW-Website einsehen. Für bestimmte Fälle können weitere Förderprogramme in Anspruch genommen werden. Die Frage nach dem günstigsten Förderprogramm bzw. der besten Kombination verschiedener Fördermöglichkeiten muss für jeden konkreten Einzelfall beantwortet werden. Weitere Informationen finden Sie auch in der Tabelle der Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens.

Um einen ersten Überblick über die Wirtschaftlichkeit einer eigenen Photovoltaik-Anlage zu bekommen, können Online-Förderrechner genutzt werden. Solcherart gewonnene Kalkulationen dienen als erste Orientierung und ersetzen keinesfalls eine genaue Berechnung und eine ausführliche Beratung.

Der Solarrechner der ASEW
Der Solarrechner der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) berechnet aufgrund der Art und Größe der Anlage, der Dachneigung und –ausrichtung, der örtlichen Globalstrahlung, dem Jahr der Inbetriebnahme, den Kosten der Anlage, der jeweiligen Einspeisevergütung und der Kredithöhe den finanziellen Ertrag einer Solaranlage und die erreichte CO2-Einsparung.

Der Solarrechner von co2online
Wer noch kein Angebot vorliegen hat und somit noch nicht die Kosten einer Photovoltaikanlage abschätzen kann, der kann mit dem Rechner von co2online sein Dach auf eine Eignung prüfen und sich eine erste Prognose der Wirtschaftlichkeit und der technischen Daten errechnen lassen.

Der Solarrechner des Solarservers
Wenn es mal schnell gehen soll, bietet der Rechner des Solarservers einen ersten Überblick. Die Daten der Photovoltaikanlage (Ausrichtung, Dachneigung, Fläche, Wirkungsgrad und Standort) werden eingegeben und der Rechner ermittelt den zu erwartenden durchschnittlichen Jahresertrag in Kilowattstunden und die jährliche Vergütung des eingespeisten Stroms.

Der Solarrechner der EnergieAgentur.NRW
Der Solarrechner liefert eine grobe Abschätzung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und hilft so bei der Entscheidung, ob sich die Investition in eine Photovoltaik-Anlage lohnt. Der PV-Rechner ist für Gebäude von Privatpersonen konzipiert. Berücksichtigt werden Art der Anlage, Eigenverbrauch, Standort, Ausrichtung und Dachneigung sowie die Betriebskosten und mögliche Kredite.

Weitere Informationen zur Förderung finden Sie auf folgenden Internetseiten: